Prêt à parler

Wie würden Sie Ihren Architekturstil beschreiben?

Sinnlich-sachlich, modern-zeitlos, zurückhaltend-extrovertiert. Eigentlich würde ich es nicht als einen festen Stil bezeichnen. Meine Innenarchitektur verbindet versteckte Perfektion – etwa in Form funktionaler Wände – mit dem Freiraum, der dadurch entsteht.

Dieser Raum wird zur Bühne, auf der sich der Kunde selbst entfalten kann. Erst danach kommen die Möbel und persönlichen Gegenstände.

Was meinen Sie damit?

Einen Wald nehmen Sie erst richtig wahr, wenn es eine Lichtung gibt und die Bäume den freien Raum umgeben und rahmen. Sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Auch Licht ist am schönsten, wenn es nicht einfach nur hell ist, sondern gezielt etwas zum Erstrahlen bringt. Der Kontrast zwischen Licht und Schatten schafft Spannung – in der Architektur und vielleicht auch im Leben.

Gibt es ein Geheimnis Ihrer Innenarchitektur?

Gute Architektur hat nichts mit Zauberei zu tun. Sie folgt zunächst klaren Regeln: Raumstruktur, Bewegungs- und Ruhezonen sowie der Genius Loci müssen analysiert und verstanden werden.

Die Kunst besteht darin, diese Regeln neu zu interpretieren, ungewöhnlich zu kombinieren und etwas anderes zu wagen. Ähnlich wie beim Kochen: Was wäre eine neapolitanische Tomatensauce ohne einen Hauch Zimt oder ein marokkanischer Avocadosaft ohne die Süße des Honigs?

Was inspiriert Sie?

Reisen. Für mich sind sie nicht nur Erholung, sondern Inspiration. Ich interessiere mich für Menschen, fremde Kulturen, archetypische Wohnformen und gutes Essen. Ich liebe Marokko und den Libanon; Rom ist für mich eine zweite Heimat.

Vielleicht kommt man sich selbst erst in der Ferne wirklich nahe.

Was ist Ihr Ziel?

Lebensräume zu entwickeln, in denen man sich sicher, geschützt und zu Hause fühlt. Im Mittelpunkt jedes Entwurfs steht die Persönlichkeit des Auftraggebers und die damit verbundenen individuellen Anforderungen.